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Saugferkelmanagemnt (nicht nur) im Winter

In den ersten Lebensstunden eines Saugferkels werden die Weichen für eine erfolgreiche Ferkelaufzucht gestellt. Besonders in den kühleren Monaten ist es von übergeordneter Bedeutung, dass die Ferkel unmittelbar nach der Geburt, also noch hinter der Sau, nicht auskühlen. Die Energiereserven des neugeborenen Ferkels sind nach der Geburt sehr gering, daher ist eine sofortige Kolostrumaufnahme immens wichtig. Für kräftige, vitale und nicht ausgekühlte Ferkel stellt dieses im Allgemeinen kein Problem dar. Kleine und, aufgrund einer zu langen Geburtsphase, geschwächte oder auch ausgekühlte Ferkel nehmen sehr viel später Kolostrum auf. Da die Ferkel jedoch bei der Geburt aus einer keimfreien Gebärmutter völlig ungeschützt in die sehr keimhaltige Umgebung des Abferkelstalles kommen, ist die möglichst schnelle Kolostrumaufnahme so entscheidend. Viele Saugferkelerkrankungen, wie zum Beispiel Durchfallerkrankungen, Atemwegserkrankungen, Streptokokkenerkrankungen u.a. nehmen in diesen ersten Lebensstunden ihren Anfang. Nach der Geburt sinkt die Körpertemperatur des Saugferkels, je nach Kondition und Umgebungstemperatur, um 1 - 4°C ab. Gesunde Ferkel erreichen jedoch die normale Körpertemperatur wieder innerhalb von 12 bis 24 Stunden, schwache Ferkel brauchen mehrere Tage!, um diese Temperatur zu erreichen.

Aus diesen Gründen ist es besonders im Winter wichtig den Ferkeln während und nach der Geburt zusätzliche Wärmequellen anzubieten. Ist die Umgebungstemperatur eher niedrig, was den Bedürfnissen der Sauen durchaus entgegenkommt, müssen die Heizstrahler oder Wärmelampen hinter der Sau angebracht sein und zumindest während der Geburtsphase regelmäßig kontrolliert werden. Sehr positiv gegen das Auskühlen wirkt sich das Abtrocknen der Ferkel aus, dafür eignen sich auch spezielle, trocknende und zugleich desinfizierende Pulver oder Puder für Saugferkel.

Der durchschnittlich deutlich höhere Saugferkelverlust in Biobetrieben gegenüber konventionellen Ferkelerzeugern ist zum großen Teil auf das mangelnde Saugferkelmanagement und insbesondere auf die kritischen Temperaturbedingungen zurückzuführen und sollte, nicht nur aus ökonomischen, sondern allein schon aus tierschützerischen Gründen für jeden Betriebsleiter Anlass sein, die Situation rund um die Geburt kritisch zu bewerten und zu optimieren.

 
Stefan Wesselmann
Wallhausen